Shit of Million Grey. Just Divorced. Ich drücke trotzdem den gefällt mir Button. – my nice obstruction Tagebuch via Jimmi Asperger

Romauszug ‚Ich – Autist‘ —>
Er kann Gitarre. Klassisch. Seine langen Finger flitzen auf den Saiten als würden Fische fliegen. Er singt dazu. Bariton. Laut. Und schön. Wackelt auch schon mal sein 3- Tage Bart im Takt. Weil seine Kiefer wie ein Haifischmaul auf und zu klappen. Dazu zeigt er spitze Zähne. Eine lange, rosa Zunge. Wulstige Lippen. Knackende Knochen. Begehbare Augen. Was weiß ich, woher er die hat. Fast ausgestorben so was. Sagt jemand. Doch er, – er singt auch in der Gemeinschaftsküche. Auf der Treppe, im Flur. Auf dem stinkigen Abtritt. Mit und oder ohne Gitarre. Im Treppenhaus. Auf dem Hof. Beim Freigang. Täglich eine Stunde nach ausländischer Zeitrechnung. Und pünktlich auf die Sekunde. Dann ohne Gitter vor den Zähnen. Allerdings sind derweil seine Hände auf dem Rücken fixiert. Wegen der Verletzungsgefahr. Die Füße ab Knie eng aneinander gefesselt. Alle drei. Doch das ohne jegliche Gewähr. Ich drücke trotzdem den gefällt mir Button.

Er soll seine Frau getötet haben. Drei seiner vier Kinder. Auf dem Dach, wo sie wohnten, enthauptet – ihre Köpfe in den Hof geworfen. Alle vier. Das teure Ausbeinmesser hinterher. Das er selbst bezahlt. Weil: er war Schlachter. Schächter. Ausbluter. Ausbeiner. Ausstopfer. Präparator. Im nahen Tierkrematorium, Abteilung Wildvögel. Ein Fachmann also. Ein Spezialist. Der das Blut seiner Opfer, seiner Familie getrunken haben soll. An die 4 Liter. Wie der das wohl runtergebracht hat, wundert sich der Gutachter vor Gericht. Stimmt. Ist eine Menge, nickt auch Munk. Der die Hände des Mannes verkaufen will; er habe da einen Pianisten als Interessenten. Denn. Ja. Gitarristen sind begehrt. Auch unter Blechbläsern. Ebenso unter Drei- Loch- Walnusshorn- Flötern. Und Munk überlegt deswegen auch schon, wo er dessen musikalisches Herz lässt. Die begehbaren Augen. Die groß wie Notenschlüssel im Dom von Köln. Und was die wohl monetär bringen würden. Denn immerhin sind die sehr, sehr selten. Fast wie ein Sechser im Lotto. Er habe da schon eine Wahrsagerin im Fokus. Ein akustisches Kalenderblatt mit Wettervorhersage und Börsenkursen für die nächsten drei Stunden – das auf 0,1345% genau tickt! Klar, mit Garantie! Sie werden Millionen scheffeln, Doktor Munk! Und der lacht, als wäre auf dem Mond Leben in Sicht. Als wüsste er, was die Zukunft bringen würde. Dabei ist das nur ein ihn irreführender Eintrag im Belohnungssystem. Whatever. Und die Beschwerden dazu werden nicht lange auf sich warten lassen. Und nicht nur Kinder werden über ihn lachen. Auch all die ehrlichen Kenner der Pünktlichkeit. Von wegen Gott lebt. Es war die Nachtigall. Die so erdolcht, erdrosselt, vergiftet, erschossen, ertränkt, vergraben, versenkt. Und nicht die Raben.
‘Whatever you do… whatever you say… yeah, I know it’s alright!’

30.aug.2014 michaelkoehn

https://www.youtube.com/user/whatever

Advertisements
Standard

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s