Die Liebe von oben. Das Leben seitlich. Der Tod von unten. Zum Geburtstag viel Glück! – Die grandiose Welt des Autisten Jimmi Asperger – my nice obstruction Tagebuch – Romanauszug

Ich habe sie geliebt. Ihren Narzissmuss. Und sie meinen. Doch zum Schluss war alles nicht mehr gut genug. Über 15 Jahre ist das nun schon her. Seitdem haben sie und ich die Welt neu entworfen. Jeder für sich. Weil es sein musste.
Und in dem schmalen Streifen zwischen Leben und Sterben – um in Zufriedenheit leben zu können, ist sie krank geworden.
– Doch davon hörte ich erst nach ihrem Tod. –

In der Reha lernte sie einen Mann mit ’viel’ Geld kennen. Der für sie Straßen baute. Die breitesten Alleen. In ihrer Fantasie Tempel aus blauen Diamanten erschuf. Steine zu Gold wusch. Der ihre Schulden bezahlte. Ein schickes Auto kaufte. Seine Ehefrau verließ. Und in eine Wohnung in ihrer unmittelbaren Nähe zog. C’est la vie‘. Da hatten sie ihr gerade eine Niere rausoperiert. Bestrahlten sie. Fuhrwerkten an ihrer Blase rum. Und ihr Typ, der Mäzen, ließ ebenda seine Prostata auf dem Tisch – wie früher seine alten Guccihandschuhe. Wie das Schicksal so spielt. Denn Wohlstand und Gesundheit haben die Götter gemacht. Doch selten beides zusammen gebracht. Immerhin hat das Leben sie zum Wasser getragen, in das sie Abwasser kippten. Statt auf silbernen Wellen zu reiten. Da saß ihr der Krebs bereits weit gestreut im Darm. Und er verlor kurz darauf nicht nur seine Haare, als sie starb. Einzig ich, ich wusste nichts. Er wollte es so. Und so sollte es bleiben. Nicht mal die Stelle im Friedwald … Nein. Auch die sollte sein Geheimnis sein. Dass er sich das Rauchen abgewöhnte. Literweise Fett absaugen ließ. Die Falten glätten. Dem Tod den Kampf ansagte. All das hörte ich weit nach dem von ihrer Schwester. Und mal ehrlich: Was der Typ tat oder nicht interessierte mich überhaupt nicht. Ja. Ich habe sie geliebt. Soll auch er gesagt haben. Doch ich liebe sie auf meine Art immer noch. Ihren Narzissmuss. Wie sie einst den meinen. Doch dem Tod war es nicht genug. Und mir verweigerte er ein Andenken. Ein Bild. Irgendein Stück Erinnerung.
– Kannst du mir sagen warum? –

24. aug. 2014 michaelkoehn

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